Das Heißluftverfahren ist eine in Deutschland seit 1933 eingesetzte Methode, Holz ohne Gift (Holzschutzmittel) von Insekten und Pilzen zu befreien.
Das Holz wird mit heißer Luft erwärmt, bis entsprechend DIN 68800 Teil 4 eine Holzkerntemperatur von 55 °C erreicht ist. Bei diesen Verhältnissen werden alle holzzerstörenden Insekten in allen Entwicklungsphasen zerstört. Der Grund liegt in der bei 46 °C einsetzenden Gerinnung des tierischen Eiweißes.
Hauptanwendungsbereich ist die Behandlung von Dachstühlen. Die hierzu speziell entwickelten Heißluftmaschinen werden vor dem Gebäude aufgestellt. Je nach Größe des Dachstuhles werden 1 oder 2 Maschinen zum Einsatz gebracht.
Die heiße Luft wird durch Rohrleitungen in den Dachraum eingeleitet. Der Dachraum wird auf ca. 110 °C aufgeheizt. Die Temperatur wird über den gesamten Heizvorgang konstant gehalten. Zur Kontrolle der Kerntemperatur der Dachtraghölzer werden an mindestens 4 Stellen Temperaturfühler eingebaut. Über Datenlogger und PC-Ausdruck wird der Temperaturverlauf beim Heizvorgang dokumentiert. Zur Erreichung der Holzkerntemperatur von 55 °C kann ein Heizvorgang je nach Größe des Dachraumes und der Stärke der Holzbalken 6–12 Stunden dauern.
Vorteile der Heißluftmethode
- Dachstühle, wo nach der Sanierung viel Holz sichtbar bleiben soll, können nur mit Heißluft erfolgreich saniert werden. Holzschutzmittel dürfen bei freiverbautem Holz nicht eingesetzt werden.
- Erhaltung von Original-Bausubstanz, da kein Abbeilen von befallenem Holz notwendig ist.
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